DAS ATELIER · DIE STIMME
Niander Wallace
Niander Wallace nimmt Lust seit dreißig Jahren ernst. Nicht als Thema — als Praxis. Es begann mit einer Einwegkamera und der Entdeckung, dass ein Bild, das man nicht wiederholen kann, mehr Mut verlangt als hundert, die man löschen kann.
Es ging weiter über Nächte, die anderswo stattfanden als im Bett: auf Parkplätzen, in Seen, auf Dächern, in Taxis, in einem Hotel, in dem niemand seinen Namen sagte; über Räume, in denen viele vorher Ja gesagt hatten; über Schwarzlicht und Farbe auf Haut, über Seile, über die Kunst, jemanden lange genug warten zu lassen.
Was er dabei gelernt hat, passt in einen Satz: Das Erregende ist nie die Praktik. Es ist die andere Person — und der Rahmen, der sie sicher genug macht, sich zu zeigen. Alles, was Maison Taut publiziert, folgt diesem Satz.
Der Name ist gewählt. Die Stimme ist seine eigene. Das Gesicht bleibt verborgen — keine Bescheidenheit, Methode: Die Arbeit handelt von dem, der im Raum ist, und ein Gesicht stünde nur im Weg.
Er arbeitet nachts, in Deutschland, in zwei Sprachen. Korrespondenz liest er selbst und beantwortet sie langsam. Eine Absage erklärt er nicht. Öffentliche Platten hängen auf der Schwelle; weitere Nocturnes werden hinter der Tür gesprochen.
GESPROCHEN · HORS SÉRIE
Der Name
Warum der Name. Zweieinhalb Minuten, mit Anleitung.
HORS SÉRIE · 2:29 · DE
- NAME
- Gewählt
- STIMME
- Seine eigene
- GESICHT
- Verborgen
- ARBEITET
- Deutschland · nachts
- LINIEN
- Œuvre · Nocturnes
- SPRACHEN
- DE · EN
- KORRESPONDENZ
- niander@maisontaut.com